Barbara - Unsere Kirchenpatronin

 
 

 

Die Kirche feiert den Festtag der heiligen Barbara am 4. Dezember. Vom 14. Jh. an gehörte Barbara zu den beliebtesten und am häufigsten dargestellten Heiligengestalten, und im 15. Jh. wurde die Märtyrin der Gruppe der 14 Nothelfer zugeordnet.

Begehrte Tochter eines wohlhabenden Vaters

Die Lebensgeschichte der heiligen Barbara ist vollkommen von Legenden überdeckt. Diese berichten, dass das Mädchen Ende des 3. Jhs. als Tochter des wohlhabenden Dioscurus in Nikomedien, dem heutigen Izmid in der Türkei, lebte. Überall wurden Barbaras aussergewöhnliche Schönheit, ihre Gelehrtheit und ihr scharfer Verstand gelobt. Die reichsten und bestaussehendsten Jünglinge der Stadt warben um die schöne Tochter aus heidnischem Haus, doch sie wies jeden Mann zurück, fühlend, dass es noch etwas mehr geben müsse.

Eine Taufe mit Folgen

Immer wieder begab sich Barbara zu einer kleinen Gruppe von getauften Christen, die zu jener Zeit in ständiger Angst vor den kaiserlichen Christenverfolgern im Verborgenen lebten. In langen Gesprächen versuchte das junge Mädchen, den Glauben und die Lehre dieser Menschen zu verstehen, und immer mehr gelangte Barbara zu der Erkenntnis, dass ihr hier ihr weiterer Lebensweg aufgezeigt wurde.

Barbaras Vater Dioscuros, ein fanatischer Christenhasser, bemerkte die Veränderung, die in seiner Tochter vorging. Er beschloss, das Mädchen von den Christen fernzuhalten. Er liess bei seinem Haus einen Turm errichten, in den er Barbara künftig einsperren wollte. Als er von

 
 

einer kurzen Reise zurückkehrte, sah er, dass Barbara die Bauarbeiter angewiesen hatte, in den Turm statt der geplanten zwei Fenster drei einmauern zu lassen. Der wütende Dioscuros fragte seine Tochter, was dies zu bedeuten habe. Barbara antwortete ihm, dies sei das Symbol für die Dreifaltigkeit. Als sie ihm weiter erklärte, dass sie inzwischen heimlich getauft wurde, raste Dioscuros vor Zorn. Er ging auf Barbara zu, um sie zu schlagen, doch plötzlich öffnete sich im Boden ein Spalt, der das Mädchen verbarg.

 
 

Grausames Martyrium

Später schleppte Dioscuros seine Tochter vor den Statthalter, der zu den erbittertsten Christenverfolgern gehörte. Er liess Barbara geisseln, doch sie bemerkte dazu nur, es sei, als ob sie von Pfauenfedern gestreichelt würde. Nachts soll ihr dann Christus erschienen sein und ihre Wunden geheilt haben. Daraufhin liess der Statthalter Barbara mit Keulen schlagen, mit Fakeln brennen und ihr die Brüste abschneiden. Als er das Mädchen so entstellt durch die Strassen der Stadt treiben wollte, erschien plötzlich ein Engel vom Himmel und hüllte den blutenden Körper Barbaras in ein weisses Gewand. Als der Statthalter erkannte, dass er mit allen Folterungen nichts erreichen konnte, gab er den Befehl, Barbara mit dem Schwert zu töten. Es war Dioscuros, der diese Tat an seiner Tochter eigenhändig vollbrachte. Kaum hatte er das Mordwerkzeug abgelegt, wurde er selbst vom Blitz erschlagen.

Soweit erzählt eine der zahlreichen Barbara-Legenden ihren Tod. Das Todesjahr Barbaras soll 306 gewesen sein. Es war die Regierungszeit von Galerius Valerius Maximinus, genannt Daia, der als einer der brutalsten Weiterführer der von Diokletian begonnenen Christenverfolgung in die Geschichte einging.

Lebendiges Brauchtum

Um die Gestalt der Märtyrin Barbara entwickelten sich zahlreiche Volksbräuche. Der bekannteste ist sicher das Schneiden von "Barbara-Zweigen". Dabei werden am 4. Dezember Zweige von Obstbäumen bei Zimmertemperatur in Vasen gestellt, in der Hoffnung, dass sie zu Weihnachten blühen. Falls sie tatsächlich Blüten tragen, wird dies als Glückssymbol für das folgende Jahr angesehen.
Die Bergleute zünden zum Schutz vor Unglück und Tod im Bergwerk ein "Barbara-Licht" an und verehren die Märtyrin ausserdem als ihre Schutzheilige.