Pfarreireise nach Polen
vom 29. September bis 6. Oktober 2018

 
 

Nach einem angenehmen Flug erwartete uns in Krakau unser Reiseleiter Kuba Beroud, unterstützt von seiner Frau Eveline. Kuba ist gebürtiger Pole, arbeitet aber als Jugendseelsorger in der Schweiz. Schnell stellten wir fest, dass beide Land und Leute sehr gut kennen.

 

Krakau, die Metropole im Süden Polens

 

Die ersten vier Tage gehörten der Stadt Krakau. Wir lernten die Altstadt kennen und besuchten den Marktplatz, der als Zentrum der Stadt von einer Vielzahl an Cafés und Restaurants, beeindruckenden Kirchen und Palästen eingerahmt wird. Mit seiner Fläche von fast 40‘000 m² ist er einer der grössten mittelalterlichen Plätze Europas.

In den folgenden Tagen lernten wir die majestätische, gotische Marienkirche und die Franziskanerkirche mit den berühmten im Jugendstil erbauten Kirchenfenstern sowie die Kirche Sankt Barbara kennen, wo wir den Sonntagsgottesdienst mitfeiern konnten. Weitere Höhepunkte waren der Rundgang durch den Innenhof der Jagiellonen-Universität und die Führungdurch die gotische Königsschloss-Anlage auf dem Wawel-Hügel mit der herrlichen Kathedrale.
Der Besuch des bekannten Salzbergwerkes in Wieliczka zeigte uns, wie ab dem 13. Jahrhundert Steinsalz gewonnen wurde. Der einheimische Führer führte uns durch verschiedene Ebenen über 800 Stufen auf eine Tiefe von 134 Metern. Dabei bekamen wir Salzfiguren, bezaubernde unterirdische Seen, authentische Bergbaugeräte und die prachtvolle St. Kinga-Kapelle zu sehen.

Die Grauen des Nationalsozialismus

 

Im 1335 durch König Kasimir gegründeten Stadtteil Kazimierz lernten wir das jüdische Viertel mit den Synagogen und vielen kleinen Cafés kennen. 1494 wurden die Juden aus Krakau hierher vertrieben.
In der anschliessenden Führung durch das Oskar Schindler Fabrikmuseum erhielten wir Eindrücke aus der Zeit in Krakau vor 70 Jahren und wie Schindler Hunderte von Juden in seiner Emaillefabrik beschäftigte und diese so vor den Nazis beschützte.

Der Besuch im Konzentrationslager Auschwitz / Birkenau hinterliess einen zwiespältigen Eindruck. Auschwitz war ab 1940 das grösste KZ des deutschen Reiches. Mehr als 1,1 Millionen Menschen, davon die meisten Juden, wurden hier durch giftige Gase ermordet. Die Baracken, die Gaskammern, das Krematorium sind heute ein Symbol des Holocaust.

 

Warschau – die Hauptstadt Polens

 

Nach vier erlebnisreichen Tagen in Krakau erfolgte am Donnerstag die Weiterreise nach Warschau. Bereits beim Eintreffen imponierten uns die modernen Wolkenkratzer zwischen den Überbleibseln des alten Polen.
Kuba Beroud zeigte uns am Freitag in gekonnter Manier die Altstadt (Stare Miasto) mit der Altstadtmauer, dem Markt- und dem Schlossplatz mit der 22 m hohen Sigismundsäule. Im Zweiten Weltkrieg nahezu vollständig zerstört, wurde die Altstadt im Anschluss rekonstruiert und wieder aufgebaut.
Ein eindrückliches Denkmal erinnert an den Warschauer Aufstand im Jahre 1944, der mit einer Niederlage der polnischen Freiheitskämpfer endete.
Nach dem Besuch vom Grabmal des unbekannten Soldaten mit seinen strammen Ehrenwachen hievte uns zum Abschluss des Rundgangs ein Lift auf die Aussichtplattform des Kulturpalastes. Das im Auftrag der russischen Führung im sozialistischen Klassizismus errichtete Gebäude ist 237 Meter hoch und bietet einen grandiosen Ausblick auf Warschau.

 

Die ganze Woche war sehr gut organisiert. Jeden Abend genossen wir ein Essen in typischen Restaurants mit lokalen Spezialitäten. Die Organisations- und Führungscrew mit Kuba und Eveline Beroud, David Rüegsegger und Irène Willauer meisterte alle Situationen souverän. Ein grosses Dankeschön an alle.

 

Marianne und Werner Zemp