Pfarreireise nach Berlin
vom 28. September bis 2. Oktober 2017

 
 

Erlebnisbericht einer Teilnehmerin

Voller Vorfreude ging unsere Reise in die Hauptstadt von Deutschland am Donnerstagmorgen pünktlich um 9:20 Uhr los. Am Bahnhof Rothenburg Dorf stieg unsere lustig, fröhliche Reisegruppe in den Zug nach Luzern, wo wir das Gleis wechselten und in den Zug Richtung Zürich Flughafen stiegen. An der Haltestelle Zug stieg unser Reiseleiter Urs Stierli aus Oberägeri hinzu. Nach einer längeren Wartezeit, da die Systeme am Flughafen nicht mehr funktionierten, gaben wir unsere Koffer auf und stiegen ins Flugzeug Richtung Berlin. Über den Wolken genossen wir einen kleinen Snake von der Fluggesellschaft Swiss. Am Flughafen Berlin-Tegel angekommen, ging das Warten weiter, bis alle ihre Koffer hatten. Mit unserem Gepäck folgten wir Urs Stierli, welcher uns dann mit dem Bus 109 zum Hotel führte. Im Hotel California am Ku’damm angekommen, richteten wir uns in unserem Hotelzimmer ein. Nach einer kurzen Erholung trafen wir uns alle am Hoteleingang. Zu Fuss folgten wir Urs Stierli und seinem pinkfabenen Schirm zur naheliegenden Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Nach der Besichtigung fing die Orgel an zu spielen, und wir beteten in der Gemeinschaft für die Anliegen von anderen Menschen und die von uns. Nach der Besinnung machten wir uns mit hungrigem Bauch auf den Weg zum «Haus der 100 Biere» am Ku’damm. Nachdem wir ein köstliches Nachtessen geniessen durften, stiegen wir in den Bus Richtung Hotel.

 

Am nächsten Morgen trafen wir uns nach einem reichhaltigen Frühstück in der Eingangshalle des Hotels. Mit dem Bus fuhren wir bis zur Endstation beim «Gleis 17». Bei dieser Gedenkstätte sahen wir eindrücklich, wie viele Juden in Güterwagen verladen und in ein Konzentrationslager gebracht wurden. Nach dieser eindrücklichen Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg mussten wir diesen traurig-geschichtlichen Besuch verarbeiten. Zur Auflockerung stiegen wir an der Spree auf ein Schiff. Nach der Schiffsrundfahrt machten wir uns auf den Weg über die Schweizer Botschaft und dem Kanzleramt zum Reichstag. Von dort liefen wir zum Brandenburger Tor, um dieses geschichtsträchtige Monument von nahem zu betrachten. Leider war rund um das Tor bereits eine Absperrung für eine Veranstaltung mit dem Musiker Mark Forster zum deutschen Nationalfeiertag. Trotzdem konnten wir ein Gruppenfoto machen. Nach der Besichtigung ging unser Spaziergang weiter bis zu Gedenkstätte der ermordeten Juden. Dort gab es auch ein Museum, welches die tragische Geschichte der Juden im Zweiten Weltkrieg aufzeigt. Am Nachmittag ging das Programm nach einer kleinen Stärkung weiter. Unser Reiseführer führte uns zum Postdamer Platz. Dort fuhren wir mit dem schnellsten Lift Europas ins 25. Stockwerk eines Hochhauses und genossen die Aussicht über die Stadt. Nach diesem kurzen Höhenflug stiegen wir in die U-Bahn und stiegen in der übernächsten Station aus. Nach kurzer Entspannung im Hotel trafen wir uns mit hungrigem Magen am Hoteleingang. Bei der «besten» Curry-Wurst-Bude Berlins assen wir eine traditionelle Curry-Wurst mit Pommes. Nach der Verpflegung im «Biers Ku’damm 195» folgten wir Urs Stierli zum Theater des Westens, um das Musical der «Glöckner von Notre Dame» zu schauen. Dieses Musical war eindrücklich gespielt und hatte unerwartet viel Bezug zur Thematik unserer Reise, sodass wir erneut viel nachzudenken hatten.

 

Am Samstagmorgen genossen wir erneut ein feines Frühstück in unserem Hotel. Nachher stiegen wir in den Bus Richtung Reichstag. Bei dieser Station verliessen wir den Bus und bestiegen die Reichstagkuppel. Nach strenger Sicherheitskontrolle fuhren wir mit dem Lift bis zu Kuppel hoch. Oben angekommen fassten wir ein kleines Audiogerät, welches uns fortlaufend über die Entstehung der imposanten Glaskuppel informierte. Unser nächster Höhepunkt war die Besichtigung der Gedenkstätte der Berliner Mauer, die uns der Bernauer Strasse entlang vor Augen führte, wie es damals aussah. Am Abend fuhren wir zu den Hackeschen Höfen, wo es viele kleine Läden gibt. Nach etwas Zeit zur freien Verfügung begaben wir uns zum Restaurant 1840 am Hackeschen Markt. Unsere Geduld wurde belohnt und nach längerer Wartezeit uns ein köstliches Nachtessen serviert.

 

Am Sonntagmorgen konnten wir ein wenig länger schlafen und trafen uns erst nach 9 Uhr im Hoteleingang. Mit dem Bus fuhren wir zur St. Hedwigs-Kathedrale und erbaten uns dort von den Sicherheitsleuten den Eintritt in die Sonntagsmesse. Nach dem lateinischen Hochamt besichtigten wir das Gotteshaus. Vor der Baustelle des neuen Berliner Schlosses genossen wir in luftiger Höhe einen leckeren Kaffee mit einer warmen Suppe. Gestärkt und aufgewärmt passten wir unser Programm wegen Regens kurzfristig an. Nach einem kurzen Marsch und einer U-Bahn Fahrt stiegen wir bei der Weberwiese aus. Dort sahen wir uns in einem ruhigen Wohnviertel den ehemaligen Prachtboulevard der Karl-Marx-Allee an. Nach diesen Eindrücken fuhren wir mit der U-Bahn zum Checkpoint-Charlie, der im Kalten Krieg ein wichtiger Übergang zwischen West und Ost war. Unser nächstes Ziel war der Alexanderplatz. Auf diesem Platz war ein grosser Markt aufgestellt - umgeben von grossen Einkaufszentren. Mit gefüllten Einkaufstaschen fuhren wir mit der U-Bahn ins Hotel zurück. Der Schlussabend führte uns ins Restaurant «Eiffel» am Ku’damm. An diesem feierlichen Abend bedankten wir uns ganz herzlich für grandiose Reiseleitung von Urs Stierli und für die im Voraus organisatorischen Arbeiten von David Rüegsegger, die uns beide mit viel Humor durch die Tage begleiteten. Mit vollem Magen liefen oder fuhren wir mit dem Bus zurück ins Hotel.

 

Nach der letzten Nacht im Hotel California begaben wir uns nochmals zum reichhaltigen Frühstücksbuffet. Gut genährt teilten wir uns auf. Eine Gruppe besuchte die Internationale Garten-Ausstellung IGA, welche eine Stunde ausserhalb der Innenstadt liegt. Dort gab es unterschiedliche Gartenanlagen mit verschiedensten Pflanzen und Blumen zu bestaunen. Sogar mit einer Seilbahn konnte man da unterwegs sein. Andere dagegen zogen das Ausschlafen vor und erledigten in Ruhe ein paar Einkäufe. Mitte Nachmittag schliesslich fuhren wir mit dem Bus 109 zum Flughafen Berlin Tegel, denn es war leider schon wieder Zeit für die Heimreise. Ohne grosse Verzögerung konnten wir das Flugzeug besteigen und nach Zürich fliegen. Mit dem Zug fuhren wir Richtung Luzern. In Zug verabschiedeten wir uns von Urs und seinem pinkfarbenen Regenschirm. Gesund, dankbar und voller Eindrücke, aber auch etwas müde kamen wir um halb neun Uhr abends wieder in Rothenburg an.

 

Michèle Krummenacher